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Therapie von lichtinduziertem Headshaking mit Cyproheptadin 
[16.04.2002]


In einer Studie der Klinik für Wiederkäuer-und Pferdemedizin der Universität Zürich wurden zweiundzwanzig Pferde und tersucht, die zwischen Januar 1996 und Dezember 1997 mit lichtinduziertem Headshaking vorgestellt wurden. 

Die klinische Symptomatik des Headshaking wurde bei Sonnenschein, bei trübem Wetter und bei Dunkelheit, jeweils beim Reiten und im Stall beurteilt, um den Einfluss des Sonnenlichtes auf die Symptomatik zu erfassen. Im Rahmen der klinischen Untersuchung wurden Hautsensibilität, die Funktion aller Gehirnnerven, Zähne, Augen und Ohren untersucht. Die Untersuchung der Atemwege umfasste eine Endoskopie der Nasengänge, der Luftsäcke, des Pharynx und der Trachea. Weiterhin wurden eine hämatologische und eine blutchemische Untersuchung durchgeführt. Geröntgt wurden Sinus, Zahnwurzeln und das Genick. Die Diagnose des lichtinduzierten Headshaking wurde gestellt, wenn die klinische Symptomatik bei Sonneneinstrahlung graduell stärker war als bei trübem Wetter oder während der Dunkelheit und wenn kein weiterer krankhafter Befund vorlag, der das Headshaking erklären konnte. 

Am deutlichsten manifestierte sich das Headshaking während des Reitens bei direkter Sonneneinstrahlung. Hier zeigten alle Pferde mittel-bis hochgradiges Headshaking. Im Gegensatz dazu war während des Reitens in der Halle nur noch eine geringgradige Symptomatik feststellbar. Dieser Unterschied war hochsignifikant. Alle zweiundzwanzig Pferde wurden zweimal täglich mit Cyproheptadin (1, 5 %)per os behandelt. Die Behandlung führte zu einer statistisch hochsignifikanten Verbesserung der Symptomatik während des Reitens im Freien bei Sonnenschein. Auch während des Reitens in der Halle wurde eine Besserung der Symptomatik erreicht, wobei dieser Unterschied jedoch nicht signifikant war. Insgesamt konnte im Laufe der Cyproheptadintherapie bei vierzehn Pferden eine graduelle Besserung des Kopfschüt- telns beobachtet werden, wobei Pferde mit gering-bis mittelgradiger Symptomatik im Verhältnis besser auf die Behandlung ansprachen. Nebenwirkungen traten in Form von Apathie, gering-bis mittelgradiger Kolik und Inappetenz auf. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Cyproheptadin ein geeignetes Medikament zur Behandlung des lichtinduzierten Headshaking ist. Der Pferdebesitzer muss jedoch auf die möglicherweise zu erwartenden Nebenwirkungen aufmerksam gemacht werden. 

Praktischer Tierarzt 83: 4, 351 (2002) © Schlütersche GmbH & Co. KG, Verlag und Druckerei 

 

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