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Schmerzentwicklung und Arten des Schmerz

Das Stress, externer (Umweltstress) wie interner (zB Erkrankung, Arthrose, verschobene Schädelplatten, HWS Problematik) einer der Hauptauslöser und auch Ursache für die Trigeminus Neuralgie darstellt, wird von fast allen Forschern bejaht, ganz gleich, ob Human- oder Tiermedizin.
Es sind unzählige, nachweisbare Theorien und Studien geschrieben worden, die häufig auf dem schon bestehenden wissenschaftlichen Material aufgebaut wurden und nach weiterer Forschung zu ganz neuen Aspekten führten. Um die Entwicklung von Headshaking zu verstehen und auch warum es so schwierig ist, es zu heilen, muß man eigentlich ganz am Anfang beginnen:
dem Verständnis von akutem Schmerz, chronischem und neuropathischen Schmerz. Gefolgt von dem Verständnis von Stress (hier ist nicht nur DAS gemeint, was wir Menschen im allgemeinen unter Stress verstehen, sondern auch interner, körperlicher Stress) und dessen Effekt auf das Immunsystem, sowie die sich anschließende Reaktion der Adrenalindrüse.

Wir beginnen mit der Betrachtung von Schmerz

1. Schmerzentwicklung
Schmerzen können durch äußere Einflüsse – Hitze, Kälte oder Druck – und durch Krankheitsprozesse im Körper selbst entstehen. Ein Beispiel zum besseren Verständnis: wenn Sie umknicken, werden direkt dort an der "Umknickstelle" chemische Reizstoffe produziert. Diese alarmieren Sinneszellen am Ende der Nerven. Diese „Schadensfühler“ senden die Schmerzinformationen in Form von elektrischen Impulsen an das Rückenmark.

Das Rückenmark – das erste „Umschaltzentrum“
Die Schmerzsignale werden im Rückenmark in chemische Botenstoffe umgewandelt. Diese leiten dann die Schmerzimpulse an das Zentralnervensystem weiter. Dieser Weg für die Impulse beginnt im Knochenmark und endet im Gehirn.

Das Gehirn – Das zweite „Umschaltzentrum“
Erst dann, wenn die Schmerzimpulse das Gehirn erreicht haben, können Sie den Schmerz in der bestimmten Körperregion, in unserem Fall dem Sprunggelenk, spüren und Sie werden auf Ihre typische Weise reagieren.

Körpereigene Opioide senken das Schmerzempfinden
In Extremsituationen, Ihr Knöchel ist gebrochen, kann der Körper Substanzen produzieren, körpereigene Opioide, die den Schmerz lindern und vielleicht sogar für kurze Zeit „ausschalten“. Eines davon heißt Endorphin, das nach einem Unfall oder durch starke körperliche Anstrengung in höheren Mengen produziert wird. Das Ergebnis: Sie setzen sich hin und werden sofort stärkere Schmerzen spüren, da sich Ihr Körper im Ruhezustand befindet und daher weniger Endorphine produziert werden. Bewegen Sie sich aber trotz des Bruchs, verspüren Sie weniger Schmerzen. Der Prozess erklärt sich so: selbst wenn unser Körper auf Schmerzempfindungen reagiert und unser Gehirn diese Empfindung mit unserem Wissen über die Umgebung, in der sie auftritt, integriert, produziert das Gehirn Chemikalien, die endogenen Opioide, die unsere Wahrnehmung von schmerzhaften Nerven Signalen verringern. Die Art und Weise, wie die endogenen Opioide diesen Effekt hervorrufen, ähnelt der Wirkung einiger Schmerzmittel.

Das Gehirn steuert die Kontrollen im Rückenmark
Vom Gehirn aus reichen Nerven ins Rückenmark. So kann das Gehirn die Aktionen in der „1. Umschaltzentrale“ steuern, mit Verbindungen, die Signale vom Gehirn zurück zum Rückenmark transportieren.
Durch ständige Angst, konstanten Stress und Depressionen wird die „Zentralstation“ im Rückenmark geöffnet. Dann ist der „Schmerzwächter“ nicht aktiv – und Sie spüren stärkere Schmerzen.
Bei starken plötzlichen Ängsten, akutem Stress, wenn Sie abgelenkt oder völlig entspannt sind ist der "Schmerzwächter" ist aktiv und unterdrückt den Schmerzimpuls der Nerven.

Auch ohne die Mitwirkung des Gehirns
Von der „Zentrale“ im Rückenmark werden Reflexe gesteuert, die das Gehirn nicht manipulieren kann. Solche Reflexe kann man zB. in Form von Muskelkrämpfen beobachten. Aber als Folge des Schmerzes können sich Blutgefäße zusammenziehen – wodurch das umgebende Gewebe weniger Nährstoffe erhält, außerdem werden eine Reihe anderer „Substanzen“ wie Proteine an die betreffende Stelle geschickt, und voilà, ein neuer Schmerz steigt auf.

Erfahrung von Schmerz
„Verbranntes Kind scheut das Feuer“, eine wahre Redewendung. Wer sich in einer kontrollierbaren Situation verletzt hat, wird beim nächsten Mal vorsichtiger sein. Sie knickten um, da Sie auf einen Stein traten. Von nun an vermeiden Sie auf Steine zu treten. Prädestiniert sind Sie bereits, wenn zum Beispiel jemand in Ihrer Familie unter Kopf- oder Rückenschmerzen leidet. Sie werden Ihren eigenen Schmerz in dieser Hinsicht völlig anders wahrnehmen und beurteilen als jemand, der solche Schmerzen noch nie hatte oder dessen Familie nicht prädisponiert ist.

Es gibt viele Faktoren, die die Art und Weise, wie wir Schmerzen tatsächlich wahrnehmen, verändern und Schmerzen je nach Situation intensiver oder weniger intensiv machen können. Dies gilt auch für andere Symptome. Diese Verbindung zwischen Ihrem Zentralnervensystem und Ihrem Gehirn kommuniziert mit Ihrem peripheren Nervensystem, sodaß Nerven, die von Organen, Armen und Beinen kommen, und alle Symptome, die Sie möglicherweise fühlen, durch Ihr Nervensystem entweder verstärkt oder verringert werden können. Das gilt für Übelkeit oder Atembeschwerden oder andere Symptome, die Sie möglicherweise spüren. Tatsächlich gilt es für alle Ihre Sinne. Zu den verschiedenen Faktoren, die Ihre Wahrnehmung speziell in Bezug auf Schmerzen verändern können, gehören, wie viel Aufmerksamkeit Sie dem Symptom schenken, was die Bedeutung des Symptoms ist. Für manche Menschen ist Schmerz eine gute Sache, z. B. wenn Sie trainieren und darauf warten, diese Wärme in der Muskulatur zu spüren, und die Wärme einen guten Kontext hat. Im Gegensatz zu einer Muskelzerrung, bei der Sie möglicherweise genau dasselbe Menge an Gewebeschäden haben (die zuvorgenannte Wärme ist ein Indukator für Gewebeschäden), aber die Art und Weise, wie Sie den Schmerz der Muskelzerrung wahrnehmen, ist sehr unterschiedlich. Das Gedächtnis kann die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Wenn wir wach sind, braucht es viel weniger Reize, um Schmerzen zu verursachen, als wenn wir schlafen. Wenn wir im Koma wären, würde es noch länger dauern, vielleicht haben wir nicht einmal Schmerzen.

2. Akuter, chronischer und neuropathischer Schmerz

Akuter Schmerz
damit bezeichnet man Schmerzen, die in direktem Zusammenhang mit Gewebeschäden stehen. Die Art von Schmerz, die durch einen Papierschnitt oder Nadelstich auftritt.
Je länger der Schmerz anhält, desto anfälliger ist er für andere Einflüsse und entwickelt sich zu einem chronischen Schmerzproblem. Zu diesen Einflüssen zählen unter anderem die auch ohne Gewebeschädigungen anhaltende Schmerzsignaleingabe an das Nervensystem, Bewegungsmangel (körperliche Dekonditionierung), die Gedanken einer Person über den Schmerz sowie emotionale Zustände wie Depressionen und Angstzustände.

Chronische Schmerzen
Es gibt mindestens zwei verschiedene Arten von chronischen Schmerzproblemen – 1. chronische Schmerzen aufgrund eines identifizierbaren Schmerzursache (z. B. eine Verletzung) und 2. chronische Schmerzen ohne identifizierbaren Schmerzursache (z. B. die Verletzung ist geheilt).
1. Diese Art von chronischem Schmerz ist auf eine eindeutig identifizierbare Ursache zurückzuführen. Bestimmte strukturelle Erkrankungen der Wirbelsäule (z. B. degenerative Bandscheibenerkrankungen, Spinalkanalstenose und Spondylolisthese) können bis zur erfolgreichen Behandlung anhaltende Schmerzen verursachen. Diese Zustände sind auf ein diagnostizierbares anatomisches Problem zurückzuführen.
2. chronische Schmerzen ohne identifizierbaren Schmerzursache halten über den Punkt der Gewebeheilung hinaus an und es gibt keine eindeutig identifizierbaren Schmerzursache mehr, die den Schmerz erklärt. Der Schmerz konnte einen neuronalen Pfad im Nervensystem aufbauen und wird damit selbst zum Problem. Bei dieser Art Schmerzen sendet das Nervensystem Schmerzsignale, obwohl keine anhaltenden Gewebeschäden vorliegen. Das Nervensystem selbst sendet Fehlimpulse und erzeugt den Schmerz. In solchen Fällen ist der Schmerz eher die Krankheit als ein Symptom einer Verletzung. chronische Schmerzen ohne identifizierbaren Schmerzursache. Beispiele für chronische Schmerzen dieser Art sind: chronische Rückenschmerzen ohne eindeutig festgestellte Ursache und Fibromyalgie. Chronische Schmerzen werden von vielen Faktoren beeinflusst, wie z. B. dem anhaltenden Schmerzsignaleingang in das Nervensystem auch ohne Gewebeschädigung, der körperlichen Entkrampfung durch Bewegungsmangel, den Gedanken einer Person über den Schmerz sowie emotionalen Zuständen wie Depressionen und Angstzuständen . Chronischer Schmerz ist viel weniger gut verstanden als akuter Schmerz.

Chronische Schmerzen sind nicht nur eine verlängerte Version von akuten Schmerzen. Da Schmerzsignale wiederholt erzeugt werden, unterliegen Nervenbahnen physiochemischen Veränderungen, die sie für die Schmerzsignale überempfindlich und gegen antinozizeptiven Input resistent machen.
Im wahrsten Sinne des Wortes können sich die Signale wie eine schmerzhafte Erinnerung in das Rückenmark einbetten. Die Analogie zum Gedächtnis ist besonders passend, da die Erzeugung von Überempfindlichkeit im Rückenmark und im Gedächtnis im Gehirn gemeinsame chemische Wege teilen können.

Endorphine und andere natürlich vorkommende Schmerzmittel können mit der Nachfrage der Nerven nicht Schritt halten und verlieren im Wesentlichen ihre Wirksamkeit. Dies gilt auch für Medikamente in der üblicherweise verschriebenen Dosierung.

Neuropathische Schmerzen
Bei den meisten Arten von neuropathischen Schmerzen sind normalerweise alle Anzeichen der ursprünglichen Verletzung verschwunden und der Schmerz, den man empfindet, hat nichts mit einer beobachtbaren Verletzung oder einem beobachtbaren Zustand zu tun. Bei dieser Art von Schmerz senden bestimmte Nerven weiterhin Schmerzsignale an das Gehirn, obwohl keine anhaltenden Gewebeschäden vorliegen. Neuropathische Schmerzen (auch Nervenschmerzen oder Neuropathie genannt) unterscheiden sich stark von Schmerzen, die durch eine zugrunde liegende Verletzung verursacht werden. Obwohl dies nicht vollständig verstanden wird, wird angenommen, dass eine Verletzung der sensorischen oder motorischen Nerven im peripheren Nervensystem möglicherweise eine Neuropathie verursachen kann. Neuropathischer Schmerz könnte in die Kategorie chronischer Schmerz eingeordnet werden, fühlt sich aber anders an als chronischer Schmerz muskuloskelettaler Natur.

Neuropathische Schmerzen fühlen sich anders an als zB Muskelschmerzen und werden oft mit den folgenden Begriffen beschrieben: stark, scharf, stechend, blitzartig, stechend, brennend, kalt und/oder anhaltende Taubheit, Kribbeln oder Schwäche. Es kann gefühlt werden, wie es entlang der Nervenbahn von der Wirbelsäule zu den Armen/Händen oder Beinen/Füßen oder Ohr/Oberlippe wandert. Es ist wichtig, neuropathische Schmerzen zu verstehen, da es sehr unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten von anderen Arten von Schmerzen gibt. Beispielsweise sind Opioide und NSAIDs normalerweise nicht wirksam bei der Linderung neuropathischer Schmerzen. Beispiele für neuropathische Schmerzen sind: Radikulopathie (die Schädigung oder Reizung einer Nervenwurzel), Trigeminusneuralgie, Postzosterschmerz, Phantomschmerzen.

3. Was kann neuropathische Schmerzen verursachen?
Unzählige schädigende äußere Einflüsse auf Nerven, Rückenmark und Gehirn können Schmerzen verursachen. Diese werden oft von anderen Funktionsstörungen wie Lähmungen begleitet. Anstelle einer detaillierten und vollständigen Auflistung und Erklärung, die zu weit führen würde, werde ich eine vereinfachte URSACHENÜBERSICHT auf das Pferd bezogen aufführen.
Mechanisch, körperlich Verletzungen wie Schnitte, Zerrungen oder Prellungen (zB durch Knochenbrüche) können zu direkten Verletzungen der Nervenstruktur führen.
Spezifischere Umwelteinflüsse mit nervenschädigenden Folgen sind Hitze und Kälte.
Chronische Druckschäden an Gelenken (zB. bei frühzeitiger Belastung von Rehepferden) sind oft die Grundlage für neuropathische Schmerzen.
Infektionskrankheiten wie Borreliose und Herpes sind bekannte Ursachen für neuropathische Schmerzen.
Polyneuropathien sind auch Folge „innerer Krankheiten“, wie Nierenerkrankungen und Vitaminmangel (Vitamin B1 oder B12).
Chemisch-toxische Einflüsse durch Medikamente können zu Stoffwechselstörungen führen, die die Nervensubstanz angreifen.
Auch manche Veränderungen des Immunsystems führen zu Reaktionen auf das periphere und/oder zentrale Nervensystem.

Jetzt wissen wir alles notwendige über die Entstehung von Schmerzen und die gefährlichen Aspekte von chronischen und neuropathischen Schmerzen und können es unseren Headshaker Pferden zuordnen, wir können uns vorstellen, welche Schmerzen sie erleiden müssen. Werfen wir nun einen Blick auf den Faktor STRESS und seine Rolle bei Headshaking.


 


 

 

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